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Stürmisches Wochenende

Ein paar total verregnete Tage auf Usedom waren manchmal wie eine Reise in eine andere Zeit:


Teilweise wars aber auch mit futuristischem touch:


Brücken und Fenster

Überall Brücken:

Geschlossene Fenster:

Sogar das Meer hatte mal zu:

Schirme gabs dafür fast überall:

Wenigstens der Fisch blieb trocken:


 

Herbst am Meer

Beleidigte Strandkörbe:

Wörtliches

als Ergänzung zum Bildlichen über Usedom:

In der Usedomer Bimmelbahn saß eine Reihe vor mir ein junger Mann, der extrem laut Walkman hörte. Ich bekam Kopfschmerzen davon. Als ich sein Gesicht mal kurz im Fenster sah, erinnerte er mich an einen Schauspieler aus dem "Tod in Venedig", den Namen hab ich vergessen. War ein ganz Hübscher. Der Walk-Mann guckte ziemlich gequält drein, aber so hörte seine Musik sich ja auch an (und wirkte körperlich zumindest auch auf mich so). Zwischendurch sah ich, daß er mitten in diesem Höllenlarm sogar einschlief. Unfaßbar.

Die Insel schien überhaupt sehr von mißmutig dreinschauenden Teenagern bevölkert zu sein, was vielleicht nicht ganz überrascht. Immer nur Himmel, Landschaft und Wetter findet man wohl als Jugendliche/r auf Dauer nicht so prickelnd. Das Leben dort muß sich so spannend wie ein ewigdauernder Sonntagsspaziergang anfühlen - und die waren ja bekanntermaßen auch nicht freiwillig.

Aber nicht nur die Teenager schienen übellaunig zu sein. Meine Vermieterin raunzte mich am Telefon erstmal vorwurfsvoll an, daß sie nun "grade weg" sei, als hätte ich das nicht selbst gemerkt, als ich sie nicht dort fand, wo wir verabredet waren. Ich hatte Glück, denn sie erbarmte sich und kam nochmal, und so bekam ich dann endlich auch den Schlüssel zu meinem Zimmer. Das war steril, kühl und unpersönlich, so wie solche Zimmer eben sind. Oder bin ich nur empfindlicher und ortsgebundener geworden, als ich früher war? Settled down nennt man das, glaube ich.

Zuerst ging ich eine Portion ortstypischen Halloumi essen, der mir aber nicht so gut bekam, wie sich später noch herausstellen sollte. Wenigstens freute sich der libanesische Imbißverkäufer, daß jemand mal sowas Leckeres zum ersten Mal in drei Jahren bestellte......

Beim Herumstehen am Imbiß (mit Rundum-Blick auf die derzeitige dörfliche Großbaustelle) wurde ich Ohrenzeugin folgender Worte eines Touristen auf dem Fahrrad: "das sind hier ja Straßenverhältnisse wie früher im Osten!" Ich ließ das unkommentiert, hatte aber etwas Mühe, mich nicht am Halloumi zu verschlucken.

Fahrrad - das war das Stichwort. Flugs angerufen beim Verleih, sagte Cheffe vom bikeshop kurz und knapp auf meine Frage, wann er zumacht: "Jetzt!". Ok, da gabs anscheinend keinen Verhandlungsspielraum, also morgens früh gleich als erstes hingetrabt - da sah ich Cheffe im kleidsamen Blaumann laut pfeifend und zwitschernd vor seinem Laden stehen. Ich ortete direkt gegenüber eine Voliere mit Papageien und allen möglichen Sittichen. Cheffe und ich wurden dann doch noch Freunde, als ich ihn fragte, ob er den Vögeln das Pfeifen beibrächte oder die ihm. Wenn ich will, kann ich ziemlich witzig sein. Zumindest waren wir wieder quitt und ich bekam das Fahrrad zu einem ganz guten Preis (Regenrabatt wahrscheinlich).

Der Regen wurde stärker, ich suchte Schutz im Internet-Cafe´im nächsten Dorf. Mit rotglühendem Wein bewachsen, aus Backsteinen gebaut, die alte Post von Heringsdorf war das mal vor langer Zeit. Mit Abstand das schönste Internet-Cafe´, das ich je gesehen habe. Innen nicht so, eher abschreckend sah das da aus, schon im Flur. Alles düster, und mit einer dramatisch quietschenden Eisentür zum Ort der Begierde ausgestattet. Und der kalte Zigarettenrauch in der Bude war auch nicht so toll. Dafür gabs aber ganz guten Kaffee. Mit Keks dazu.

Heringsdorf ist das Dorf der verhinderten Zuckerbäcker, oder eben der Architekten, die eigentlich lieber Zuckerbäcker geworden wären. Ich kam mir vor wie in einer überlebensgroßen Puppenstube. Dazu war das Meer richtig wild wegen des Sturms. Erst hatte ich das Gefühl, an der Nord- und nicht an der Ostsee zu sein, so hohe Wellen gab es, und so grau war die See. Kindererinnerungen an Holland, meine ersten Ferien am Meer.

Ich habe nachts geschlafen wie ein Murmeltier, Stunde um Stunde, insgesamt 11. Wahnsinn.

Am nächsten Tag war der Himmel immer noch bleigrau, und das Meer auch, aber nicht mehr so dauer-gewellt. Die Schiffe am Horizont sahen aus wie angeklebt. Hab stundenlang geguckt, ob sie sich bewegen, aber nichts, keinen Millimeter.

Ein weiteres Highlight sollte das Kurkonzert des 1. Wolgaster Blasorchesters darstellen, wegen stetigem Regen leider nur unter mäßiger Beachtung der spätsommerfrischelnden, schirmbewaffneten Rentner. Diese Wenigen aber hatten es in sich! Ich hatte es mir zum akustischen Genuß auf einer Parkbank gegenüber der Band gerade mit einer fettigen Tüte "fish and chips" gemütlich gemacht, schon erntete ich argwöhnische Blicke und hörte sogar verstohlenes Getuschel, als ich dazu auch noch aus der Flasche trank (Wasser, ich schwörs!!), daß ich nach 2 schmissigen songs auf meinem Radel das Weite suchte.

Auf dem wahrhaft breit angelegten Fahrradweg direkt am Meer entlang scheuchte mich anschließend eine übellaunige Usedomerin mit energischem Klingeln und den scharfen Worten "ich würde rechts fahren!" aus ihrem Weg. Jesses! Ein paar Meter weiter stauchte sie den Nächsten, diesmal einen Fußgänger, zusammen. Mich beschlich hier sowieso schon öfter der Verdacht, daß auf Usedom eigentlich Linksverkehr gilt, weil mir immer so viele Autos auf meiner Straßenseite entgegenkamen und stur weiterfuhren, bis ich endlich abstieg und das Feld räumte. (Ich sollte erst später herausfinden, daß es sich um Einbahnstraßen handelte, soviel sei hier verraten!). Aber auch das paßte zu meinem immer wiederkehrenden Gefühl, mich eigentlich in Brighton zu befinden, besonders an den Seebrücken und auf den kilometerlangen Strandpromenaden. Weniger rummelig wars, und BINGO-Hallen voller johlender Rentner gabs auch nicht, aber alles war trotzdem sehr erinnerungsträchtig.

Womit sich der Kreis wieder einmal geschlossen hat.....

 

 

 

 

 

Kaukasischer Kreidekreis

Den werde ich mal ausgraben und wieder lesen. Ist so aktuell wie nie.

Außerdem ist noch passiert: jemand schrieb irgendwo: "He´s fallible. That´s why I love him".

Ich schlafe zur Zeit nicht besonders viel und wenn, nicht besonders gut. Bis auf hin und wieder. Aber das Gute daran soll ja sein, daß man dadurch Dinge klarer sieht. Darauf warte ich noch.....

 

Strudel

So fühlt sich in etwa an, worin ich mich gerade bewege. Ich befürchte, daß ich einknicke, weil ich das Kind aus dem Konflikt  ziehen will. Ich schaffe es einfach nicht, mich gegen diese enormen Druck aufzulehnen. Und dann wieder denke ich, mal ganz vorsichtig formuliert: nicht den Doofen das Feld überlassen!

Härter ausgedrückt: wenn ich ihm jetzt nicht ganz nachdrücklich und massiv STOP zeige, dann ermuntere ich ihn damit geradezu, mit dem Druck-ausüben weiter zu machen. Oder ich stehe auf und sage laut und vernehmlich: bis hierhin und keinen Schritt weiter! Er geht einfach zu weit. Soll ich jetzt noch einen Tick weitergehen? Das macht mir Angst, ehrlich gesagt. Dass es sich weiter hochschaukelt und das Kind am Ende der Leidtragende ist.

Es ist manchmal so irrsinnig schwer, die Verantwortung zu tragen. Ich weiß ja nicht, wie es ausgehen würde, wenn. Ich male mir die Konsequenzen fürs Kind aus, und genau an dieser Stelle bin ich zu kriegen. Das weiß er genauso wie ich und nutzt das schamlos aus. Da fühle ich mich total wehrlos. Ich wäre es nicht, wenn ich mich denn wehrte, das stimmt auch. Aber wenn ich es tue, riskiere ich so wahnsinnig viel. Nicht oder am allerwenigsten für mich, und das ist ja gerade der springende Punkt.

Ich muß für mich entscheiden, ob ich lediglich ego-tripping bin, oder ob ich einen uralten Machtkampf ausfechte, oder ob es jetzt schlicht darum geht, das Ganze zu entschärfen, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Was nichts anderes heißt als ihn zu beschwichtigen und mich zu ducken. Oder eben darum, endlich zu sagen: jetzt reicht es definitiv. Und darauf Taten folgen lassen. Dafür machen andere Menschen jahrelang Therapie oder sonstwas, um solche grundlegenden Fragen in sich zu klären. Ich muß damit heute Nachmittag noch zu einem Ergebnis kommen, mit dem ich leben kann und mein Kind auch. Totstellen geht nicht.

Rosen

Das brauchte ich heute abend: Rosen. Am Ende dieses anstrengenden Tags, nach einem Gespräch, das mir noch etwas mehr Gewißheit für mein ganz richtiges (ist ja immer so, wenn ich dann mal dran glauben kann....) Bauchgefühl brachte, daß es momentan besser, sicherer, was-auch-immer ist, nicht noch ein Faß aufzumachen. Da standen Hunderte von Rosen in Vasen am S-Bahnhof, und die Entscheidung fiel sofort. Ich kann die möglichen Folgen gerade einfach nicht abschätzen. Das wäre mir zu riskant. Ich will vor allem nicht aufs Spiel setzen, was jetzt endlich, endlich seit ganz kurzer Zeit geht: ein einigermaßen entspannter Kontakt zum Kind. Ich will das nicht verlieren und er soll es auch nicht. Er vor allem nicht.

Puh, und plötzlich ist zeitgleich soviel meiner Anspannung weg, ich fühle mich so erleichtert und merke, wie die Spannung aus meinen Schultern weicht. Plötzlich lächeln die Leute wieder und ich rieche die kühle Herbstluft. Ist schon phänomenal, wie reduziert man alles wahrnimmt, solange man so gestresst und angespannt ist. Die Leute haben ja währenddessen weiterhin gelächelt und die Luft roch auch schon den ganzen Tag so - nur habe ich es nicht bemerkt. Völlig im Kopf, vergrübelt, alle Sinne abgetrennt. Nur gut, daß auf meine Instinkte doch immer noch Verlaß ist, und sei es dann auch in der allerhintersten Ecke meines Bewußtseins.

Und jetzt ist endlich Zeit für Rosen:

geblümte Katze

Mitten auf dem Tisch, genau zwischen Rosen und Laptop, hat sich der dicke Kater heute hingelegt und schnurrt zufrieden. Manchmal steht er unvermittelt auf und drückt seinen Kopf so tief mitten in die Blüten, daß ich die Vase festhalten muß, damit sie nicht umkippt. Er scheint Blumen zu lieben.....

Musik

Ich denke gerade über Musik nach. Für mich ist sie zu 90% an bestimmte Situationen gekoppelt, oder auch an bestimmte Menschen, mit denen ich diese Situationen erlebt habe. Und wenn das nur ich selbst war. Ein bestimmtes Zeitgefühl, eine bestimmte Phase meines Lebens.

"How I wish you were here" von Pink Floyd zum Beispiel, das war Anfang 1982 in Coventry. Ein matschiger Januar am Busbahnhof , eine Autofahrt nach London mit einem entscheidenden Gespräch, einer Frage, und meiner Antwort darauf, die eine Lawine ins Rollen brachte. Auch dabei lief dieses Lied. Ich hab das damals von morgens bis abends gehört, weil ich selber keine Worte dafür hatte, was gerade passiert war. Kommt alles wieder 1:1 zurück, wenn ich dieses Lied heute höre. Naja, vielleicht 1:20, also nicht mehr ganz so dicht. Aber doch noch dicht genug, um mich mitunter schlucken zu lassen.

Alles von den Talking Heads Ende 1980 bis irgendwann 1981. Mein Abschied from hometown findet sich unter anderem in "Burning down the house". Die letzten Abende und Nächte dort, ich hatte schon fast alles verkauft und verschenkt, was ich mal besaß, ich war abreisefertig. Dann in Berlin-Wannsee zum Seminar Anfang 81, so ein Lied mit viel Geige am Anfang, dauerte ewig. Keine Ahnung, wie das heißt, aber ich erkenne es jedesmal wieder, wenn ichs höre. Etwas mit einem Fenster, glaube ich. Das Lied tauchte sogar noch ein einziges Mal 2006 schemenhaft und ganz kurz in meinem Leben auf. Dazwischen war es weg und ist es jetzt auch wieder. Eintagsfliege.

An Glasgow erinnern mich seine (ihre? Nein, Glasgow ist definitiv männlich) Lokalgrößen: Jimi Somerville, und natürlich Mark Knopfler, der kommt auch da her. So wie der Typ mit den seltsamen Haaren, der die heute immer noch so trägt wie damals.....ich komme einfach nicht auf den Namen. Den hab ich gerne mit meiner damaligen Nachbarin gehört, die war mit dem mal in einer Klasse gewesen. Der mit dem "The first cut is the deepest" - genau: Rod Stewart! Hah! Wilde Partys with lots of booze, wie man da oben sagt. Joe Cocker mischte da auch musikalisch mit, und der war ja immerhin aus Sheffield.

An Donnerstagabenden im Hinterzimmer des "Hertford Arms" in Coventry, 1981, ganz unterschiedliche Musik, überwiegend aber schottisch und irisch, selbstgesungen, dazwischen Gedichte und Geschichten, alles vorgetragen von Leuten, die bei Massey Ferguson in Coventry arbeiteten und dort Traktoren zusammenschraubten. Herzergreifende Szenen spielten sich da ab, ohne jede Ironie. Zum Abschied gabs immer die schottische Nationalhymne, der Sänger hatte dabei jeden Donnerstag Tränen in den Augen. Verständlich. Irgendwo muß ich die total verzerrte Kassette noch haben, war unterm Tisch für uns zum Abschied aufgenommen worden. Vielleicht geht die auch garnicht mehr, nach so langer Zeit. Muß ich morgen mal suchen gehen. "I had four sons", das war der Refrain in " four green fields". Daran erinnere ich mich sehr genau. Heute habe ich selbst einen. 1983 war ich nochmal während einer sentimental journey dort, und alles war wie immer, unfaßbar! Some things never seem to change.

Bob Marley, Burning Spears, das war alles in Birmingham, besonders auf einer Party, wo ich viel getanzt habe, auch im Jahr 1981. Dann war 1981 Bob Marley auch schon tot. Ich las die Schlagzeile im April mitten im Bahnhof von Glasgow , und ein feinfühliger Mensch von British Rail stellte Marleys Musik über den Lautsprecher an, so daß die Bahnhofshalle mit seinen songs beschallt wurde. Sowas gibts glaube ich nur in Großbritannien! Da sah ich auch Leute weinen.

Und natürlich: UB40, als die damals noch total unbekannt bei uns waren und noch in einer zugigen Garage in Birmingham spielten. Sehr verliebt war ich damals, aber dann kam ja die Sache mit Pink Floyd. Ein paar Jahre später spielten die im Metropol am Nollendorfplatz, aber das hat mich da irgendwie nicht mehr so berührt. Klang fremd, und so ist es bis heute geblieben.

Die Tom Robinson Band, London, so etwa 1978 oder 79 oder noch später, weiß ich nicht mehr genau. Squatters music, so to say. 1-2-3-4-motorway.....oder so ähnlich. Und die Anfänge der "Police". Roxanne ist so ein song, der mich unbedingt an London, und dort an eine trübsinnige Wohnung in einem Backstein-Wohnblock in Islington erinnert. Die Frau hieß mit Nachnamen Hamburger, was sie ziemlich doof fand, und sie hörte nur Musik von Police. Die Musik von Nico auch, klar. Sid Vicious und die Sex Pistols.

Liverpool 1981 - ich weiß blöderweise nicht mehr, wie die hießen, aber die waren gut. The Housemartins, kann das sein? Nee, die hießen doch anders, oder.....ich weiß es nicht mehr. War sehr kühl, oder eben cool, was aber aufs gleiche herausläuft: Ska. Auch eine schöne Party, bei der das lief, es gibt noch ein Foto von einem Morris Minor draußen vor der Tür. Überall Feuerleitern, und die Kathedrale von Liverpool mit einem riesigen Shelter für Obdachlose in der Krypta. Das war absolut schockierend. Die Stadt war damals bankrott, der Niedergang des ehemaligen Empires konnte dort sehr anschaulich beobachtet werden. Von da aus ein Kurztrip nach Blackpool, ins andere Extrem sozusagen. Überall war damals The Police zu hören, oder eben alle mögliche Ska-Musik. Oder Reggae. Die Liverpool riots, ganze Straßenzüge brannten lichterloh.

Ist anscheinend sehr England-lastig, meine Musikauswahl, scheint mir.....

Berlin 1982: Siuoxsie and the Banshees hörte ich damals viel. Joy Division auch. The Can. Soft Cell. All dressed in black rumzulaufen gehörte unbedingt dazu.

Anita Baker und Prince mit "Purple Rain" in dem wunderbar leichten, beschwingten Sommer 1987. Deutsch-amerikanisches Volksfest gehörte auch dazu, anschließend nachts noch schwimmen gehen im Teufelssee, Briefe in den Knast Moabit über gedünstete Forellenfilets, viele Nächte in der "Pelze" in der Postdamerstr., ein uralter Mercedes und viel LAUTE Musik. Ab und zu etwas lernen fürs Abi. Viele Partys.

Ende der 80er war dann die ebenfalls sehr laute und intensive RAI-Phase, ergänzt von russischer und Balkanmusik. Ein Konzert "Umsonst und draußen", mit Cheb Kader, Cheb Khaled, Fadela usw. In einem Zelt. Das gibts heute nicht mehr, da steht jetzt glaube ich ein Hochhaus.

Die "Woche der aserbajdjanischen Musik" im Haus der Kulturen der Welt, das muß auch irgendwann Ende der 80er gewesen sein. Die Sängerinnen sahen alle aus wie Schneewittchen.

Eine Woche in Polen, als ich gerade 30 Jahre alt war, mit aller möglicher osteuropäischer Musik, mitten im Wald, bei Vollmond an einem Fluß. Chöre, überwiegend. Eine Lesung auf polnisch über das Werk Martin Bubers. Ich verstand kein Wort, aber doch irgendwie alles. Nicht nur ich hab geheult dabei. Später konnte ich es auf deutsch nachlesen und fand meine Tränen bestätigt. Es rührte mich auch sehr, was die Menschen da gesungen haben, wie sie sangen und daß so viel gesungen wurde. Die Kassetten muß ich auch morgen unbedingt mal rauskramen. Da war ein russisches Lied über den Mond, bei dem ich dachte: das ist so schön, das vergesse ich nicht! Und prompt hab ichs vergessen. Ich gäbe was darum, dieses Lied nochmal zu hören. Diese Woche ist in meiner Erinnerunge ein Jahr lang. Mindestens.

Proben des damals Herzallerliebsten im "Hegel" mit vielen russischen Musikern am Savignyplatz bis morgens um mindestens 3 Uhr. Das "Hegel" gibts leider auch nicht mehr. Danach noch zu persischer live-Musik in die "Eisbein-Sinfonie" am Zoo oder zu griechischem Rembetiko bis zum Morgengrauen im "ToSteki" in der Kantstraße. Beides gibts nicht mehr, wie schade. Ein Abend und eine lange, sentimentale Nacht im Hinterzimmer einer Kneipe mit etlichen singenden, betrunkenen Russen an langen Tischen und der Musik, die mir damals schon lange vertraut war. Und die auch heute immer noch schöne Erinnerungen in mir weckt. Vor einem Jahr im Oktober mit krampfartigem Herzschmerz ging ich nach Jahren mal wieder zu einem Konzert des schon lange verflossenen Herzallerliebsten von damals in den 80ern. Die Musik hat mich damals getröstet, die vertrauten Gesten zu sehen, das gleiche warme und wohlwollende Lächeln wie früher in seinem Gesicht zu sehen - und mit alldem war für diesen Abend das Herzeleid etwas erträglich geworden. Bestimmte Menschen können einem, wenn auch anders als früher, immer noch sehr gut tun, wenn es um Herzenssachen geht.

Mari Boine Persen nicht zu vergessen, Mitte der 80er. Bis heute, aber seltener. Eine 10stündige Reise mit der Bahn nach Wien mit Kopfhörern. Unbeschreiblich. Ich kriege heute noch Gänsehaut bei diesem song. Muß ich morgen mal nachsehen, wie der heißt.

In Wien der song "Bed of Roses", keine Ahnung von wem, den fand ich mal sehr, sehr schön. Der Naschmarkt am ganz frühen Morgen nach einer Feier in der Sezession.

Mari Boine wurde nochmal aktuell 97, ein paar Jahre lang. Später noch ein Konzert mit ihr in der Passionskirche, sehr speziell mit dem damaligen soul-mate, der diese Musik verstand, oder vielmehr begriffen hatte, wie mir schien. Brasilianischen Samba lernte ich damals auch kennen und schätzen, das blieb aber eine amour fou. Mit der ich immer wieder liebäugle.

Jan Garbarek, immer wieder. Ist aber sehr stimmungsabhängig. Manchmal kann ich gut denken, wenn ich den höre, macht vieles klarer. Und manchmal ist die Musik einfach nur herzzerreissend. Describes loneliness as sharp as a knife.

Ganz früher, when I was very young: Neil Young, und bis heute. Meine erste LP überhaupt war die "Harvest", die habe ich heute noch und kenne jeden Kratzer drauf. Da war ich so etwa 15 Jahre alt.

Jethro Tull. Deep Purple. 10 Years After. Aber das alles nur kurz gestreift. Santana dann schon etwas ausdauernder. Und der, den sie damals den ersten weißen Blues-Sänger nannten........kann jemand helfen, ich komme wieder mal nicht auf den Namen?....Eric Burdon, genau!

Janis Joplin sowieso, Jim Morrison und die Doors, Jimi Hendrix, die ganzen Toten eben. Pete Seeger, Melanie, Bob Dylan, und Leonard Cohen in- und auswendig (und der hat viel, viel mehr als nur "Suzanne" geschrieben), Blood, Sweat and Tears, The Cream, und dann noch die allerschönsten Franzosen: Edith Piaf und Georges Moustaki, Jaques Brel, Michel Polnareff. Und Johnny Cash, damals schon. Die Band, die "Pictures of an Exhibiton" als Platte rausbrachten, deren Name mir auch leider entfallen ist......"Lucky Man" war einer der songs darauf. Und noch früher gabs kurz diesen absoluten Lieblingssong "Radar Love" von Golden Earring. Die Musik von Rory Gallagher erinnere ich auch noch aus dieser Zeit. Joni Mitchell, aber nur peripher. Gute 20 Jahre päter nochmal, mit mehr Verständnis für die mitunter sehr guten Texte.

Randy Newman kurz mal mit 16. Cat Stevens war damals aktueller. Ein Sommer in den Niederlanden 1974 fällt mir dabei ein, anschließend mein erster Besuch in England, Cornwall. Ich konnte kaum Englisch, wurde aber sehr motiviert, es endlich zu lernen, als ich dort einen wildgelockten Surfer (damals noch eine nahezu unbekannte Spezies, zumindest für uns auf dem "Kontinent" ) kennenlernte, der Mark hieß (jetzt fällt mir das wieder ein.....) und der, das war zur Glorifizierung damals ganz wichtig! einen hellgrünen Morris Minor fuhr, mein bis-heute-Lieblingsauto. Und mir eine Doppel-LP von Bob Dylan zum Abschied schenkte. Damals dachte ich, das wäre Bestimmung, hab aber danach nie mehr von ihm gehört. Und er nicht von mir, muß ich fairerweise sagen.

Wahrscheinlich hab ich die Hälfte vergessen, aber sobald ichs höre, weiß ichs ja wieder. Ich bin nicht so gut mit Bandnamen, kann mir die meist nicht merken. Nur die Musik. Und auf die kommts ja auch eigentlich an.

Und was höre ich genau jetzt, in dieser Minute im Radio? Cat Stevens mit diesem Lied übers Erwachsenwerden, "Father and Son" heißt es glaub ich: Take your time, think alot, ....you will still be here tomorrow, but your dreams may not.......

 

 

 

 

Schlafwandel

Diese Scheiß-Gewohnheiten, zäh wie alter Kaugummi.

Sonst noch erkannt: ich werde einlenken. Das ist der zermürbte Beschluß meiner dritten schlaflosen Nacht in Serie. Ich bin es müde. In jeder Hinsicht. Kann das auch mal wer umgekehrt tun: einen Schritt in meine Richtung gehen? Auch das bin ich so müde. Das am allermeisten.

Vielleicht mal gar nicht gehen, einfach mal stehenbleiben und schauen und staunen.  Nachts hab ich manchmal sehr klare Momente, wenn ich wachliege. Ich hab dann nicht so viel Mühe, meine innere Stimme zu hören, weil es außenrum still genug dafür ist. Und die sagte heute nacht zu mir: "Du mußt wieder schlafen. Du brauchst keine weiteren Sorgen, sondern Schlaf." Also einlenken und Leute tun lassen, was sie für richtig halten, während ich tue, was ich für richtig halte. Und in der Zwischenzeit schlafe ich.

 

Und prompt

Wenn ich es dann sein lasse, es aufgebe, genau dann passiert etwas. Ich kann so etwas nur nicht aus taktischen Erwägungen tun, oder gar planen, und gezielt inszenieren. I just can´t pretend. Jedenfalls ist es so, wenn ich es gehen lasse, dann kommt etwas in Bewegung. Und nur dann. Ein unerwarteter Brief ist heute abend angekommen, mit einem konkreten (und nach wie vor inakzeptablen) Vorschlag, eigentlich eher wieder eine Forderung, aber immerhin, in speaking writing terms again. Anscheinend gibts auch ein ganz klein wenig Abrücken vom Hardlinertum. Wird auch Zeit. Keine Klage/Anzeige bisher, das ist doch schonmal was. Und damit machen wir jetzt auch mal weiter, nicht wahr! Sonst werde ich nämlich richtig böse. Bisher gehts ja noch, ich bin bisher auch halbwegs zahm geblieben. Anscheinend ist diese Botschaft, es nicht noch weiter zu treiben und zuzuspitzen, mit dem Brief von letzter Woche auch genau so angekommen, wie sie ankommen sollte.


Und ich habe heute abend nicht reflexhaft im ersten Affekt zurückgeschrieben und darauf reagiert. Ich denke darüber erstmal nach, wie ich am besten reagiere und entscheide dann erst , wann ich darauf antworte und wie ich das tun werde. Morgen muß ich sowieso nochmal das Neueste vom Amt erfragen, und danach kann ich vielleicht etwas Konkretes antworten. Ich merke, daß mein Vorsatz, mich nicht mehr unter Druck setzen zu lassen, langsam Wurzeln in meinem konkreten Verhalten schlägt, und das ist doch mal richtig gut!

Heute guckte mich mein Kollege richtig böse quer über den Tisch hinweg an, weil er sich erwartungsgemäß sehr darüber geärgert hatte, was ich unmittelbar vorher gesagt hatte. Und ich hab einfach zurückgeguckt und diesem Blick standgehalten, ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken. Ich bin gerade ziemlich stolz auf mich, das war nämlich garnicht so einfach. Irgendwann hat er den Blick gesenkt und weggeguckt. Ich hatte nicht wirklich ein Gefühl des Triumphs, aber das war schon nicht so ganz übel, das muß ich schon sagen. Ich bin nicht wütend geworden und habe auch nicht geschimpft, sondern habe einfach mal standgehalten. Was heißt: ich habe es ausgehalten und hatte den längeren Atem in dem Moment. Oder die größere Entschlossenheit, wer weiß.

Und dieses Gebäude erinnert mich doch in seiner Massivität fatal an die Battersea Powerstation:

Und das paßt jetzt auch thematisch absolut hierhin, finde ich.

Umfrage

Ich hab was geklaut, und zwar hier , und starte damit mal eine Umfrage:

Was ist der Plural von Glück?

Ihre geschätzten Antworten hinterlassen Sie bitte in den Kommentaren, vielen Dank!

Mantra

Heute schaffe ich es in der Arbeitsbesprechung hoffentlich, weiterhin im "Standhalte-Modus" zu bleiben, also mich nicht sichtbar aufzuregen und mal den anderen den Vortritt zu lassen beim Sich-in-die-Nesseln-setzen. Mich nicht weiterhin darauf selbst durch kundgetanen Ärger zu abonnieren, sondern mal den anderen das Feld zu überlassen.

Das wird sicher nicht einfach, muß aber sein.

Und später, nach dem Anruf beim Amt, wenn ich dann endlich weiß, welche zündende Idee die hilfreiche Dame dort für die momentan ziemlich verfahrene Situation ausgeknobelt hat, bin ich hoffentlich auch schlauer. Und dann kommt alles wieder in Fluß. 

"Alles wird gut!" erkläre ich mal zum Mantra des Restjahres. 

Tu Gutes und rede drüber

Anscheinend kommt jetzt wirklich Bewegung in diese verhärtete Sache, und das wird auch langsam Zeit. Am gleichen Tag, an dem ich beschloß einzulenken, meldete sich das Jugendamt mit einem passablen Vorschlag, wie ich die festgefahrene Patt-Situation lösen könnte. Heute hab ich die Details erfahren, hab auch den entsprechenden Brief schon geschrieben und werde ihn gleich noch abschicken. Und dann ist diese unheilige Kuh hoffentlich bald vom Eis!

Manche Sachen brauchen eben etwas länger.

Nachtrag zur heutigen Arbeitsbesprechung: es hat geklappt, daß ich dem Doofen das Feld überlassen habe. Und er hat es auch in voller Spannweite genutzt, was nicht anders zu erwarten war. Manchen Leuten muß man einfach mal die Chance geben, sich um Kopf und Kragen zu reden. Und manche brauchen dafür nur sehr, sehr wenige Worte. Hach, was kann ich schadenfroh sein! Aber das tut manchmal richtig gut!

What a difference a day makes......

 

 

Wishful thinking

vielleicht hilft das hier ja bei der Erfüllung eines Wunsches:

 

 

Und ZACK!

Das hatte ich mir zwar gerade nicht gewünscht, aber es paßt trotzdem wunderbar: Radio 1 spielt just in diesem Moment "Burning down the house", was ich seit Jahren nicht mehr gehört habe. Es gibt keine Zufälle, mein Credo!

Rabenmutter

Damit hab ich mich gestern abgeplagt, immer mal wieder zwischendurch. Der Vorwurf an mich, eine Rabenmutter zu sein, wurde nicht explizit ausgebrochen ausgesprochen (sehr passender Verschreiber, den ich der geneigten Leserschaft auch garnicht vorenthalten will), lag aber trotzdem unüberhörbar und grell kreischend im Raum. Und ich hab blöderweise auch sofort angefangen, mich zu rechtfertigen und zu argumentieren. Also aufs Ungesagte zu reagieren. Anstatt zu sagen: "weißt du was? Du hast KEINE Ahnung! Und selbst wenn, es geht dich überhaupt nichts an! Einfach mal die Klappe halten!"

Hinterher war ich mal wieder schlauer und hab mich gefragt, warum ich mich an der Stelle so angepiekt fühl(t)e, daß ich sofort darauf reagierte. Wobei das "Warum?" lange nicht so entscheidend ist wie das "dass". Daran muß ich was tun, weil es Quatsch ist und ich niemand irgendwas erklären muß. Vor allem dann nicht, wenn mir so ein nebulöser Vorwurf entgegenwabert. Wenn man selber nicht drinsteckt, ist es immer so furchtbar einfach, alles mögliche besser zu wissen.

Also: weiterhin den Doofen getrost das Feld überlassen und sie sich um Kopf und Kragen reden lassen! Und ich höre einfach nur zu und denke mir was. Und dann frage ich nonchalant: "wars das dann?" oder "fertig?" und mache ich mir erstmal einen Tee......doch, das wird das nächste Projekt, an dem ich arbeiten werde! Klappte doch heute schonmal ganz gut mit der Vorübung. 

Stimmen hören

Die Stimme, die ich gerade höre, ist mir schon immer unangenehm gewesen: es ist die Stimme einer Moderatorin von Radio 1. Ihren Namen habe ich mir deshalb auch nie versucht einzuprägen. Für mich ist das die mit der ollen Stimme. Sie leiert die Worte unglaublich aus und hat obendrein eine ausgesprochen langweilige Intonation. Zum Einschlafen, wenn es mich denn nicht so aggressiv machen würde. Außerdem kann sie nicht so besonders gut englische Worte aussprechen, weil sie die Worte eben so furchtbar in die Länge zieht. Das macht sich besonders dann nicht so gut, wenn man einen Großteil seiner Arbeitszeit damit verbringt, englische songtitel anzusagen. Herrje, was bin ich nörgelig heute, aber ist doch wahr!

Immerhin himmelt der Kater mich an, und das seit Stunden. Der versteht ja auch nicht, wie gräßlich die spricht, sondern findet es einfach gemütlich, daß die Heizung angestellt ist und im Radio Musik läuft. Der verstehts ja nicht. Blessed are!

Ich weiß, was ich jetzt gerne täte, aber leider, leider, leider. Das macht mich doch leicht gereizt, jaja. Teufel auch. Aber das vergeht auch wieder. Und morgen sieht vielleicht alles schon wieder ganz anders aus, wer weiß.

Ungeduld

Ich habe wahrlich noch niemals jemanden den Namen "Randy Newman" so grauenvoll endlos in die Länge ziehen hören, das ruiniert den ganzen song ja noch nachträglich. Und als wäre es damit nicht schon schlimm genug, findet die jetzt auch wieder mal kein Ende mit ihrer nächsten nichtssagenden Ansage, die aber gemessen an der dafür verbrauchten Zeit viel zu wenig Inhalt aufweist........ich fange bei der nächsten Ansage an, die Zeit zu stoppen, die sie für ein mittellanges Wort braucht, um es über ihren Kehlkopf zu schieben, entlang beider Backentaschen zu schubsen, über die Zunge gleiten zu lassen und durch die Zahnlücken hindurch zu befördern......das kann doch alles garnicht wahr sein!!! Wenigstens hat sie jetzt mal ein paar längere Stücke ausgewählt. Das ist ja schonmal was. Doof ist nur, daß ich auch nicht weghören geschweige denn einen anderen Sender einstellen kann, weil ich mich jetzt GERNE so dran hochspule. Ich brauche das jetzt, basta! Das sind so Momente, wo ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mal einen Leserbrief zu schreiben. Noch jemand von diesem innigen Wunsch beseelt? Dann wäre es vielleicht effektiver, so als handliche Sammelbeschwerde.

Ich merke aber grade weiß aber, daß es generell schwierig für mich ist, Leuten zuzuhören, die wesentlich langsamer als ich sprechen. Vom langsamen Denken mal ganz zu schweigen. Das macht mich schlichterdings rasend, ich kann nix dafür, das ist so und war schon immer so. Ich fange nach gefühlten drei Sekunden an, mit den Fingern zu trommeln. Wenigstens innerlich. Muß mich dann beherrschen, kein gutes Buch auszupacken und wenigstens ein Kapitel zu lesen, bis der erste Satz dann eventually mal gesagt worden ist.

So, die ist jetzt fertig und geht nachhause, und sie hat zum Abschied auch nicht ihren Namen gesagt. Ist auch besser so, leserbrieftechnisch, denke ich. Vielleicht geht die jetzt los und trifft sich mit jemand und redet mit dem. Gut, daß ich nicht neidisch bin, sondern daß mir anhimmelnde Blicke meines Katers ausreichen on such a thursday night. Das behaupte ich jetzt mal.

Findlinge

Paarweise:

Heute geschlossen:

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