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London calling!

Ein alter Freund aus Londoner Zeiten ist gerade zu Besuch in Berlin. Statt wie weiland in Soho ins Wong Key chinesisch essen gingen wir in Schöneberg indisch speisen , das war auch sehr lecker. Bei der Vorspeise stellten wir fest, daß wir uns inzwischen schlappe 30 Jahre kennen, unglaublich! Beim Dessert attestierten wir uns gegenseitig nahezu Buddha -ähnliche Weisheit und Altersmilde........und natürlich auch, daß wir uns "gut gehalten" haben!

Der ganze Abend war Balsam für die Seele!

Es ist erstaunlich, wieviel einem wieder einfällt, wenn man mit jemand spricht, der eine bestimmte Zeit mit einem teilt und sie auch erinnert., wenn auch andere Einzelheiten. Oder diese Erinnerungen ganz anders als man selbst abgespeichert hat.

Ende der Siebziger war auch in London die Hochzeit der Hausbesetzungen. Es gab dort die legendäre besetzte (squatted) Huntley Street , eine ehemalige Feuerwache, den riesengroßen squat Elgin Avenue, Villa Road und das legendäre Kilburn House - and many more. Ganze Straßenzüge waren damals besetzt, und das häufig über Monate und Jahre mit vielen hundert Menschen, vom Baby bis zum Greis.

Hausbesetzungen in Großbritannien waren damals wesentlich unproblematischer zu bewerkstelligen als in Deutschland, weil die Gesetzeslage anders war und Hausbesetzungen nicht wie bei uns per se kriminalisierte. Das "braking in" war strafbar, wenn man dabei erwischt wurde, aber das Besetzen/Bewohnen eines leerstehenden Hauses als solches war es nicht.

Claverton Street in Pimlico war der erste squat, in dem ich wohnte. Gleich in einer schicken Gegend, und ganz in der Nähe der Victoria Station! Das Haus war noch gut in Schuß, es war eines (in einer langen Reihe weiterer) dieser weiß lackierten sogenannten terrace houses mit schwarzlackiertem Eisenzaun davor - davon gibt es im feinen Pimlico und auch in Knightsbridge ganze Straßenzüge - jeder London-Tourist kennt diese typischen Häuser. Wir bewohnten es damals zu fünft. Mein Zimmer strich ich mangofarben und schmückte den marmornen Kaminsims mit ausrangierter Weihnachtsdeko.....very trendy!

Wir hielten Kontakt zu den "Kraakern" in den Niederlanden und der zeitgleich entstandenen Hausbesetzerbewegung in Deutschland. Ich erinnere mich an einen sogenannten "Hausbesetzerkongreß" in der  im Oktober 1980 besetzten Göttinger Augenklinik . Dort fuhren wir alle im Herbst  ´80 hin und übernachteten in den zugigen, leergeräumten ehemaligen Krankensälen. Nicht sehr gemütlich.

Demnächst wollen wir mal ein gathering all der Leute veranstalten, die sich von damals noch kennen......sind heute alle versprengt über die Kontinente oder in Europa - aber irgendwie und irgendwo treffen sich immer mal wieder welche, so wie wir heute abend, und so wird schon ein(er)s zum anderen kommen, da bin ich ganz sicher!

 

The London Tube

Hier sind sehr interessante Fotos und Berichte über stillgelegte Londoner U-Bahnhöfe zu finden.

Verknorkeltes Knie

Das irgendwie verdrehte Knie beschert mir heute ein Heimspiel. Seit gestern tut es weh, ich kann es inzwischen kaum noch belasten. Also hochlegen, ruhigstellen und kühlen. Wahrscheinlich hab ichs mir gezerrt beim Sport am Montagabend. Mist auch.

Immerhin komme ich so endlich dazu, diese ganze Sorgerechts- und Unterhaltsgeschichte mal weiterzubewegen. Das dümpelt alles so herum, die Sommerpause der zuständigen Behörden war ausgedehnt und die Bänder der zugeschalteten Anrufbeantworter lang.....

Ich bin sehr gespannt, wieviel Unterhalt ich zahlen muß, so dolle ist mein Einkommen ja nicht. Kind bekommt nun auch einen eigenen, richtigen Paß zum 16. Geburtstag, so daß die damit einhergehende polizeiliche Ummeldung ab nächster Woche amtlich sein wird. Was bedeutet, daß ab nächsten Monat auch der Ortszuschlag wegfallen wird.......es könnte etwas eng werden.

Jetzt humple ich mal zum Telefon und suche alle Nummern heraus, die ich für den Ämtermarathon brauchen werde, und dann gehts los......

 

Part time mother

Bin ich inzwischen. Heute gab es einen weiteren, großen Schritt in diese Richtung: Ummeldung von Sohnemann in Papas Wohnung, und der Antrag auf seinen ersten Ausweis. Das alles ein paar Tage vor seinem 16. Geburtstag. Er mußte die Formulare unterschreiben und ich war ganz sicher, daß er genauso deutlich merkte, daß mit dieser Unterschrift eine Ära zuende ging und ein völlig neuer Abschnitt in seinem Leben anfing. Das war schon bewegend.  Er grinste mich anschließend an, als hätten wir dem Leben gerade einen tollen Streich gespielt, aber so war es natürlich nicht. Trotzdem bin ich froh, daß er bei aller jugendlicher zelebrierter Coolness doch so viel Sensitivität in sich bewahrt hat, daß er solche Stimmungen und Besonderheiten in Situationen wahrnehmen kann. Wenn ich ihm das mitgegeben habe, dann freue ich mich und bin einigermaßen beruhigt, daß schon alles gutgehen wird.

Es ist jedesmal schön, ihn zu sehen, und dieses Gefühl ist gerade in unserem Kontakt wichtiger als alles andere. Wir verstehen uns wieder gut, und das ist ihm genauso wertvoll wie mir, das merke ich. Wir haben beide einen hohen Preis dafür bezahlt, aber langsam bekomme ich das Gefühl, daß es das wert war. Und das versöhnt mich wieder.

Tote Oma

Habe ich heute - endlich! - gekocht, war lange überfällig.

"Tote Oma" kenne ich bizarrerweise aus der Klinik, wo es ein typisches und bei Patienten wie Personal sehr beliebtes Freitag-Essen ist. Vielleicht ist es auch ein typisches Essen für diese Region, ich weiß es nicht. Jedenfalls jiepere ich seit Wochen darauf, aber wie der Teufel es dann ja meistens will, kommt es genau dann, wenn es am meisten gewünscht wird, wochenlang nicht auf den Speiseplan. Wahrscheinlich lags am Sommer: Blutwurst und Hitze verträgt sich ja nicht so besonders gut. Dann bekam ich den wegweisenden Tip, mir bei Butter Lindner frische Blutwurst und gleich dazu noch das Sauerkraut zu kaufen und die Tote Oma selber zu kochen. Gesagt, getan und gestern noch nach der Arbeit hingetrabt, in froher Erwartung eines fürstlichen Abendessens. Aber nichts da, weit gefehlt! Butter Lindner hatte alle Blutwürste des Tages bereits verkauft und obendrein just beschlossen, die Filiale umzubauen - und schließt deshalb ab morgen für sage und schreibe 6 Wochen! Im "Zwischenladen", einem Container, der ab morgen auf dem gegenüberliegenden Parkplatz stehen wird, sei nicht genug Platz für Blutwürste, sagte man mir. Ich habe schnell noch 2 Stück reserviert und heute abgeholt. Inzwischen ist alles gekocht und vertilgt und war natürlich superlecker! Jetzt liegen lange 6 Wochen vor mir, in denen ich mich leider in Verzicht üben muß. Aber mit den toten Omas ist es vielleicht genauso wie mit Currywürsten oder Pommes: manchmal ist das eben unverzichtbar und vor allem unaufschiebbar - und danach ist wieder Ruhe im Karton für lange Zeit. Bis zum nächsten Anfall.

late night eye candy

Grünes von oben

sweet sixteen

Naja, "sweet" ist er ja nicht gerade, der kleine Große, frischgebackene 16jährige, und er würde mir auch was husten, würde ich ihn so nennen. Aber die Geburtstagstorte war very, very sweet. So, wie Geburtstagstorten eben sind. Auch 16jährige halten auf Tradition und bestellen auf die Frage, welcher Geburtstagskuchen es denn dieses Jahr sein soll: "na, die Torte, die wir immer machen!". Klar. Logisch. Also ran anden Mixer, und viel Liebe, eine Menge Erinnerungen, Hoffungen und gute Wünsche hineingerührt, ein Glas Nutella, ein Glas Kirschen und ein halbes Glas Johannisbeermarmelade auf die zwei anschließend fertig gebackenen Tortenböden verteilt, dann beide aufeinander geschichtet, und das Ganze noch mit reichlich Schlagsahne umhüllt. Obendrauf reichlich dunklen Kakao gesiebt, 16 Kerzen hineingedrückt und alle angezündet, sobald der Teenager das Haus betritt.......es ist immer wieder ein feierlicher Moment, und es ist auch immer das gleiche Strahlen übers ganze Gesicht, wenn er die Geschenke und die Torte sieht! Obendrein war heute die Uhrzeit 16:16 noch einen Tick besonderer als sonst!

Also dann: Happy Birthday!

 

Nach der Party

siehts dann doch etwas triste aus:

Lecker wars!

Stein und Holz

Heute gibts nur was zu gucken, mir fehlen die Worte.

Klassenreise

Hier ist Sohn gerade auf Klassenreise. Und dieses Museum wird er auch besuchen. Ich war als 15jährige mit meiner Mutter und ihrer niederländischen Freundin dort und habe es besichtigt. Damals war ich sehr beeindruckt von der Kleinheit des Hauses, wie klaustrophobisch wenig Raum es darin für so viele Menschen gab. Plötzlich wurde alles sehr konkret, zum anschauen, riechen und fühlen, was ich vorher nur in meiner Vorstellung durch das lesen des Tagebuchs und anderer Bücher hatte. Ist schon eigenartig, daß mein Kind jetzt auch dort sein wird. Er will nachfragen, ob die Museumsverwaltung noch die Besucherbücher von 1974 hat, um darin nachzusehen, was seine Mutter damals hineingeschrieben hat. Das würde mich auch sehr interessieren, weil ich das heute natürlich nicht mehr weiß.

Paarweise

wenn auch in unterschiedlicher äußerer Form:

Symmetrie

Abgetaucht

bin ich momentan. Ich schreibe über die vergangenen 16 Jahre. Eine Zusammenfassung, ein Resumee´, um es anschließend dem Familiengericht zu schicken. Welches mich um eine Stellungnahme zu einem anderen Schreiben bat. Ich versuche, keinen Papierkrieg zu entfachen. Es ist manchmal schwierig, dabei nicht wieder wütend zu werden, sondern sachlich zu bleiben und nur zu berichten, zu schildern, zu beschreiben, was sich mitunter ereignet hat. 16 Jahre sind eine lange Zeit. Beim Schreiben fällt mir auf, wieviel da war, wie aktuell manches noch ist oder wieder wird, und daß sich über vieles auch allmählich der gnädige Schleier der Vergangenheit gelegt hat. Es sind auch 16 Jahre meines Lebens, die ich beim schreiben  Revue passieren lasse. Vieles kommt wieder in meiner Erinnerung hoch und ich kann es nochmal betrachten und vor allem: neu  bewerten. Dadurch bekommt einiges eine andere Färbung, was teilweise eine Wohltat ist. Dieser Prozeß ist trotz allem anstrengend und momentan bleibt nicht viel Zeit und Kraft für anderes. Spätestens in 14 Tagen habe ich es aber geschafft. Dann geht es wieder weiter.

 

Multicolor

Auf dem Weg zur Arbeit

sehe ich dies:

Ich

......werde gleich die Wohnung putzen, endlich mal wieder

......freue mich auf die freien Tage auf Usedom ab nächstem Freitag

......bin begeistert über das wunderschöne Wetter heute

......habe heute endlich meinen Abriß der letzten Jahre fertig geschrieben - und kann ihn jetzt aufs Wichtigste zusammenfassen und dadurch drastisch kürzen!

......bin gerade sehr zufrieden mit mir

......wünsche allen ein schönes Wochenende!

Marcel Marceau ist tot

gestern abend ist er gestorben. Ich habe ihn mehrmals als Jugendliche im Opernhaus meiner damaligen Heimatstadt sehen können und war jedesmal hingerissen von seinem Talent, mit winzigen Gesten komplexe Gefühle darzustellen und wortlos seitenlange Geschichten zu erzählen.

Er wird hier beerdigt werden. Dieser Ort ist auch unglaublich beeindruckend, hat aber trotz aller Dramatik auch tiefgründigen Witz und offenbart manchmal auch unfreiwillige Komik. Gut gewählt für diesen großen Mimen!

 

Dieser blöde Brief

ans Gericht liegt mir quer im Magen. Ich wache früh morgens auf mit dem ersten Gedanken daran, und tagsüber schleichen sich auch immer wieder alle möglichen Formulierungen daraus in mein Hirn. Habe alles Angela zur Korrektur geschickt. Sie kann gut aufs Notwendige und vor allem aufs Sachliche reduzieren, wo ich logischerweise betriebsblind bin. Montag bekomme ich es zurück und muß es dann definitiv kürzen, das schwant mir jetzt schon. Bis Freitag muß diese Kiste fertig sein, auch für mein Seelenheil.

Der 2. Querschläger im Magen ist der Unterhalt, den ich seit Juli zahlen muß. Will ich ja auch, finde ich völlig in Ordnung. Aber. Es wird ihm nicht passen, wie wenig es sein wird. hab aber nicht mehr. Ich will mit 48 Jahren nicht nur von 200 Euro monatlich leben müssen, deshalb schwebt mir ein geringerer Betrag vor, als in der Düsseldorfer Tabelle steht. Er verdient ja eigentlich genug, jedenfalls wesentlich mehr als ich. Kindergeld kriegt er ja auch. Ich habs ja auch 16 Jahre lang hingekriegt, müßte schon gehen.

Wenn ich ihm dann endlich den Betrag nenne, der mir vorschwebt, befürchte ich alsbald den Super-GAU: er schickt das Kind  postwendend zurück zu mir, weil er ihn ohne das alleinige Sorgerecht zu kriegen und mit nur "so wenig" Unterhalt ganz bestimmt nicht bei sich behalten wird. Mann, was bin ich mißtrauisch geworden! Aber das nicht ohne Grund, es kamen immer wieder solche Sachen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte. Also rechne ich besser gleich damit und stelle mich drauf ein. Der Super-GAU wäre nicht, meinen Sohn wieder hier zu haben, sondern was das Hin und Her für meinen Sohn und was das wiederum für unsere erneut etablierte Kleinfamilien-Dynamik bedeuten würde. Ich kanns nur vermuten. Und mir graut dabei. Ich könnte heulen, to be honest. Ich müßte viel taktischer, strategischer vorgehen, und genau das kann ich nicht. Will ich auch nicht können. Scheiße auch, hätte ich mal Schachspielen gelernt!

Diese vielen, biestigen "Hätte ich....", die mir zur Zeit mal wieder im Kopf herumspuken, kann ich schon garnicht mehr zählen. Sind etwa so ausweglos wie die bekannte Treppenecke am Spreebogen.

Ich muß sehen, daß es mir wieder gutgeht und ich hier Abstand finde. Usedom, genau. Ab Freitag. Aufs Meer gucken, das kommt und geht, ohne daß sich daran irgendetwas seit Jahrmillionen geändert hat. Momentan erscheint mir das als gerade paradiesischer Gemütszustand: Gleichmütigkeit, Unerschütterlichkeit und vor allem grenzenlose Gelassenheit. I´m far from it.

Todestage

Marcel Marceau ist am gleichen Tag wie meine Mutter gestorben, nur vier Jahre später, stelle ich gerade fest. Durch sie hab ich ihn damals  kennengelernt. Gestern hab ich garnicht an sie gedacht, weil ich es nicht so mit Jahrestagen habe. Aber ich vermisse sie zur Zeit sehr und denke viel an sie in den letzten Wochen. Ich würde gerne mal einen Kaffee mit ihr trinken und mich ein bißchen trösten lassen in diesen grade etwas konfusen Zeiten. So kommen sie mir jedenfalls gerade vor. Einfach mal ein kleines Schwätzchen mit ihr halten.

Kurz nach ihrem Tod träumte ich, daß ich sie unterwegs traf, sie aber in Eile und sehr beschäftigt war. Ich wachte danach ganz zufrieden mit dem Gefühl auf, daß es ihr sehr gutgeht. Und so wird es auch sein.

 

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